Wissensintegration

   
 
Flyer TP 13

TP 13:
Szenarienentwicklung und Nachhaltigkeitsbewertung

Ziele

Ziele

Die in den Themenbereichen 1 bis 3 erarbeiteten technischen Innovationen zur Abwassernutzung und -verwertung, zum Landmanagement bzw. zur Anpassung der erforderlichen rechtlichen und politisch-administrativen Rahmenbedingungen mussten auf einer höheren Skala (Landschaft, Planungsregion) miteinander verzahnt, regionalisiert und in Abhängigkeit von der räumlichen Verortung bezüglich ihrer Potenziale sowie ihrer Wechsel- und Folgewirkungen unter Beachtung sich verändernder politischer, ökonomischer und klimatischer Rahmenbedingungen bewertet werden. Im Teilprojekt wurde hierzu eine robuste und übertragbare Methodik zur Szenarioentwicklung und integrierten Nachhaltigkeitsbewertung entwickelt und im Rahmen partizipativer Planungsprozesse erprobt.

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Vorgehensweise

Vorgehensweise

Das Arbeitspaket zur Szenarienentwicklung begann mit einer systematischen Analyse der Einflussfaktoren der Landschaftsentwicklung, der in der anschließenden Projektionsphase die Identifikation und Analyse möglicher Entwicklungsalternativen in den einzelnen Einflussbereichen folgte, die schließlich in der Synthesephase zusammengeführt wurden, sodass Szenarien formuliert werden konnten. Im Arbeitspaket Nachhaltigkeitsbewertung wurden verfügbare Indikatorenmodelle zunächst analysiert und bewertet und im Anschluss zu einem Indikatorenkonzept zusammengeführt, das auf die erarbeiteten Szenarien angewendet wurde. Das für die Flächenbausteine erprobte Nachhaltigkeitsbewertungssystem wurde in der zweiten Projektphase auf räumlich differenzierte Flächennutzungskonzepte gemäß den erarbeiteten Szenarien der regionalen Ebene übertragen.

Dafür wurden gesellschaftliche Entwicklungsziele und existierende Indikatoren-Sets analysiert, regionalisiert und zu einem Indikatoren- und Zielkonzept zusammengefasst. In partizipativen Workshops konnten dann mit Experten und Stakeholdern die Folgen von Landnutzungsszenarien auf die Entwicklungsziele abgeschätzt werden.

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Mitarbeiter

Teilprojektleitung

Prof. Dr. Uta Steinhardt
Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNEE)
Dr. Katharina Helming
Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF)

 

Mitarbeiter(in)

Inka Schwand (HNEE)
Till Hermanns (ZALF)

 

Partner

Regionale Planungsgemeinschaft Uckermark-Barnim

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Zentrale Ergebnisse

 

Szenarienentwicklung

Im Ergebnis liegt ein Syntheseprodukt vor, das Wissen und Erkenntnisse unterschiedlichster Disziplinen aus allen Teilprojekten einbezieht. Sowohl Wissenschaftler/innen als auch Akteure waren auf verschiedenste Weise am Entwicklungs- und Diskussionsprozess beteiligt (Abb. 1 und 2).

Abbildung 1: Theorie trifft Praxis I - Wissenschaftler/innen im Gespräch mit Landwirt

Abbildung 2: Theorie trifft Praxis II - Kleine Mooranalyse mit Landwirt

 

Methodisch wurde ein „Szenariobaukasten“ entwickelt, der Basiswissen und Erkenntnisse der Fachdisziplinen in Steckbriefen zu Einflussfaktoren der Landschaftsentwicklung einerseits und zu möglichen zukünftigen Landnutzungen andererseits für die Flächentypen Niedermoor und Rieselfeld bereitstellt (Abb. 3). Die Steckbriefe bieten nicht nur die Grundlage für Szenarioentwicklungen zu den beiden Flächentypen, sondern vor allem auch für Landnutzer/innen wichtige Informationen in komprimierter Form. Die Steckbriefe wurden in den Teilprojekten oder in Abstimmung mit ihnen erarbeitet. Im partizipativen Erarbeitungsprozess wurden jeweils drei Szenarien je Flächentyp entworfen. Im Ergebnis der Diskussions- und Anreicherungsphase entstanden jeweils zwei „polarisierende“ Szenarien mit unterschiedlicher Ausrichtung des Wassermanagements. Die sachliche Beschreibung wurde in Szenario-Karten für je ein Beispielgebiet veranschaulicht.

Abbildung 3: Überblick Entwicklungsprozess Landnutzungsszenarien und Szenariobaukasten

Eine ausführliche Ergebnisspräsentation befindet sich auf folgender Webseite (Link).

 

Nachhaltigkeitsbewertung

Zur Operationalisierung von nachhaltiger Entwicklung im Kontext von Landnutzung sind die Bestimmung der Nachfrage nach Landnutzungsfunktionen und der regional-spezifische Vergleich mit dem Angebot an Landnutzungsfunktionen essentiell. Dafür wurde ein methodisch-konzeptionellen Rahmen entwickelt (Abb. 4, Hermanns et al. 2015).

Abbildung 4: Analytischer Ansatz der Nachhaltigkeitsbewertung von Landnutzungsszenarien auf regionaler Ebene (Verknüpfung des Angebots und der Nachfrage nach regional-spezifischen Landnutzungsfunktionen)

 

Für Nordostdeutschland und die Flächentypen wurden sechs Haupt- und über 40 Nebennutzungsansprüche identifiziert (Tab. 1). Diese wurden neun Landnutzungsfunktionen zugeordnet und können als Benchmark für die Nachhaltigkeitsbewertung genutzt werden.

Tabelle 1: Die sechs regional-spezifischen Hauptnutzungsansprüche in Nordostdeutschland und deren Definitionen.

 

In partizipativen Workshops wurde für den Flächentyp Niedermoor mit Experten und Stakeholdern die Folgen von Landnutzungsszenarien auf regional-spezifische Landnutzungsfunktionen abgeschätzt und den Landnutzungsansprüchen gegenübergestellt. Die Szenarienanalyse zeigte, dass bspw. Zielkonflikte zwischen der Biomasseproduktion zur ländlichen Wertschöpfung und der Senken- und Habitatfunktion im naturnahen Zustand bestehen (Abb 2.).

Abbildung 5: Nachhaltigkeitsbewertung der Niedermoorszenarien mit dem Projektbeirat von ELaN am 27.04.2015: Mit den beiden Niedermoorszenarien verbundene Nachhaltigkeitsgewinne und –defizite und das Erreichen gesellschaftlicher Landnutzungsansprüche (W = Wichtung der Landnutzungsfunktion von 0 bis 10)