Wissensintegration

   
 
Flyer TP 12

TP 12:
Konstellationsanalyse und Partizipation

Ziele

Ziele

Im Projekt ELaN kooperierten Natur-, Ingenieur- und Sozialwissenschaften, um technische Innovationen in entsprechende organisatorische, rechtliche und politische Maßnahmen einzubetten. Die Verständigung zwischen den Disziplinen stellte aufgrund unterschiedlicher theoretischer und methodischer Herangehensweisen eine Herausforderung dar. Darüber hinaus galt es, das in der Region vorhandene Wissen von verschiedenen Stakeholdern kontinuierlich in die Entwicklung der umsetzungsrelevanten Handlungsstrategien einzubeziehen. Teilprojekt 12 stellte – zusammen mit den Teilprojekten 13 und 14 – für diese Form der inter- und transdisziplinären Kooperation das nötige Werkzeug bereit. Darüber hinaus wurde der Prozess der inter- und transdisziplinären Wissensintegration von TP 12 reflektiert, um das methodische Instrumentarium für diesen Forschungstyp weiterzuentwickeln.

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Vorgehensweise

Vorgehensweise

Die inter- und transdisziplinäre Verständigung und Wissensintegration in ELaN wurde u.a. mit der Konstellationsanalyse unterstützt. Bei der Konstellationsanalyse handelt es sich um ein Brückenkonzept, das für die problembezogene Synthese heterogener Wissensbestände entwickelt wurde. Mit ihr können verschiedene Sprachen, Logiken und Perspektiven sichtbar gemacht werden. Durch die Visualisierung der wichtigsten Elemente der untersuchten Konstellation und ihrer Beziehungen untereinander können unterschiedliche Rationalitäten gleichberechtigt berücksichtigt und auf eine gemeinsame Fragestellung bezogen werden. Mit Hilfe dieser Methode wurde eine gemeinsame Problembeschreibung für die beiden Flächentypen Rieselfelder und Niedermoore erstellt. Teilprojekt 12 moderierte die Verständigungsprozesse zwischen den beteiligten Wissenschaftler(innen) und mit den regionalen Praxisakteuren mit dem Ziel, sich auf umsetzbare Lösungen für die Modellregionen und – darauf aufbauend – für die gesamte Region zu einigen. Die Konstellationsanalyse wurde auch genutzt, um die Ergebnisse aus unterschiedlichen Teilprojekten für das Landmanagement auf den Rieselfeldern Wansdorf zu integrieren.

Um möglichen Konflikten entgegenzuwirken, wurde darüber hinaus ein Workshop mit heterogenen Praxisakteuren zu unterschiedlichen Perspektiven auf die Entwicklung des Landschaftsbilds auf Rieselfeldflächen durchgeführt. In Kooperation mit TP 14 wurden verschiedene Optionen der Landschaftsentwicklung als 3D-Bilder visualisiert und in der Diskussion zur Veranschaulichung genutzt.

Weiterhin unterstützte TP 12 inter- und transdisziplinäre Verständigungsprozesse im gesamten Projektverlauf, insbesondere hinsichtlich der Entwicklung der Szenarien, des Entscheidungsunterstützungssystems und der Entwicklung von Kernaussagen für den Gesamtverbund.

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Mitarbeiter

Teilprojektleitung

Prof. Dr. Dr. Martina Schäfer
Zentrum Technik und Gesellschaft (TU Berlin)

 

Mitarbeiter(innen)

Astrid Artner-Nehls (ZALF)
Dr. Melanie Kröger (TU Berlin)
Dr. Carsten Mann (TU Berlin)

 

Partner

Dr. Rosemarie Siebert (ZALF)

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Zentrale Ergebnisse

Die Nutzung der Konstellationsanalyse zur Erstellung einer gemeinsamen Problembeschreibung war sehr hilfreich für die inter- und transdisziplinäre Verständigung und Wissensintegration. Hierdurch wurden die beteiligten Wissenschaftler(innen) für das „große Ganze“ sensibilisiert, die Handlungslogiken der verschiedenen Akteure herausgearbeitet und Ergebnisse aus unterschiedlichen Teilprojekten integriert (Ohlhorst & Kröger 2014, Kröger et al. 2012) (Abb. 1 und 2).

 

Abbildung 1: Status Quo-Kontellation Rieselfeld

 

Abbildung 2: Zukunfts-Konstellation Rieselfeld

 

Es hat sich bewährt, Praxisakteure unterschiedlich intensiv einzubeziehen. Die regelmäßigen Treffen mit dem Praxisbeirat ermöglichten einen vertrauensvollen Austausch, bevor Teilergebnisse mit weiteren Zielgruppen diskutiert wurden. Lernprozesse zwischen Praxis und Wissenschaft waren beispielsweise hinsichtlich der möglichen Nutzung gereinigten Abwassers möglich, bei denen weiterhin offene Fragen existieren und es bisher kaum festgefügte Interessenslagen gibt. Bei Fragestellungen zum veränderten Wasser- und Landmanagement auf degenerierten Niedermoorflächen sind Verständigungsprozesse zwischen Akteuren mit verschiedenen Handlungslogiken weitaus schwieriger und es besteht die Gefahr, dass Wissenschaft „zwischen die Fronten“ gerät.

Durch den moderierten Austausch zur Erstellung integrierter Produkte (Szenarien, Entscheidungsunterstützungs-system, Kernaussagen) ist es gelungen, Lernprozesse zwischen Wissenschaftler/innen verschiedener Disziplinen anzustoßen. Essentiell dafür war, dass die Projektleitung die interdisziplinäre Kooperation unterstützt hat und sie durch die intensive Zusammenarbeit der Teilbereichsleiter im Koordinationsteam auch strukturell verankert war. Allerdings geschehen solche inter- und transdisziplinären Verständigungsprozesse nicht „nebenbei“: es gilt, ausreichend Zeit und Ressourcen einzuplanen. Ein für die Moderation und Vor- und Nachbereitung zuständiges Teilprojekt ist für einen heterogenen Verbund wie ELaN sehr sinnvoll. Deutlich wurde , dass Interdisziplinarität „gelernt“ werden kann – so wurde die Diskussion über gemeinsame Kernaussagen gegen Ende der Projektlaufzeit mit sehr viel größerem Engagement und Offenheit geführt als dies in vergleichbaren Situationen zu Projektbeginn der Fall war.