Sozioökonomische Steuerung 

 
 
Flyer TP 11

TP 11:
Governance-Strategien und regionalplanerische Steuerung

 

Ziele

Ziele

Das Teilprojekt verdichtet politische, ökonomische, rechtliche und infrastrukturellen Steuerungsinstrumente zu politischen und regionalplanerischen Handlungsstrategien. Ziel ist, dass sich Stakeholder auf eine regional optimierte Kombination aus formellen und informellen Instrumenten für die Entwicklung, Entscheidung und Umsetzung von umfassenden Lösungsstrategien einigen.

Es wird eine Governance-Strategie für eine ressort- und ebenenübergreifende Steuerung zur Umsetzung der Modelllösungen entwickelt. Die Regionalplanung ist dem Leitbild der nachhaltigen Raumentwicklung verpflichtet und soll die Lebensgrundlagen und Attraktivität der Region langfristig sichern. Sie bietet den Rahmen für eine langfristige Verankerung der Lösungen.

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Vorgehensweise

Vorgehensweise

Das Teilprojekt besteht aus zwei Arbeitspaketen: Im Arbeitspaket Governance (2011-2015) wurden die Akteure und die politisch-institutionellen Rahmenbedingungen für die Nutzung von gereinigtem Abwasser in der Landschaft als Ausgangspunkt analysiert. Auf dieser Grundlage wurde für die Untersuchungsregion inter- und transdisziplinär Steuerungsansätze für für ein nachhaltiges Landmanagement erarbeitet. Adressaten sind die politischen Entscheidungsträger des Wasser- und Landmanagements. Das Arbeitspaket Regionalplanung (2012-2014) prüft die formalen und informellen Instrumente der Regionalplanung hinsichtlich ihrer Eignung, diverse Nutzungsanforderungen vor dem Hintergrund eines zunehmenden Flächenbedarfs für eine alternative Energieerzeugung und eines angespannten Landschaftswasserhaushalts abzustimmen.

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Mitarbeiter

Teilprojektleitung

Dr. Benjamin Nölting
Zentrum Technik und Gesellschaft (TU Berlin)

Prof. Dr. Uta Steinhardt
Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNEE)

 

Mitarbeiterin

Jennifer Nagel (HNEE)

 

Partner

Regionale Planungsgemeinschaft Uckermark-Barnim

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Zentrale Ergebnisse - Governance

Im Teilprojekt wurde federführend ein Governance-Konzept für ein nachhaltiges Landmanagement unter Nutzung von gereinigtem Abwasser entwickelt. Es handelt sich einen Orientierungsrahmen für strategische Abwägungs- und Entscheidungsprozesse in der Wasser- und Landwirtschaft, der Stakeholder für mögliche künftige Handlungsoptionen sensibilisieren soll. Er versteht sich nicht als Anleitung zur Nutzung von gereinigtem Abwasser. Vielmehr begleitet er den Entscheidungsprozess, ob gereinigtes Abwasser als Baustein für ein nachhaltigeres Landmanagement genutzt werden könnte und, wenn ja, worauf geachtet werden sollte.

Als mögliche Nutzungsoptionen werden a) eine Bewässerung für die landwirtschaftliche Nutzung, b) eine Aufwertung degradierter Flächen als Biotope und Erholungslandschaften, c) eine mögliche zusätzliche Reinigung durch die Bodenpassage und d) eine Gewinnung von Nährstoffen aus dem Klärschlamm als MAP-Struvit exemplarisch vorgestellt (vgl. Abb.). Es werden Leitlinien für den Umgang mit gereinigtem Abwasser in der Landschaft formuliert und Hinweise gegeben, wie solche alternativen Nutzungsformen übertragen werden können.

Abbildung: Alternative Nutzungskonzepte für gereinigtes Abwasser

 

Zentrale Ergebnisse - Regionalplanerische Steuerung

Abbildung: Übersicht möglicher Abwasserverwertungsflächen
sowie die Lage der Kläranlagen bzw. deren Abwassermenge (Jahresabwassermenge 2009, insgesamt. 1000 m³/a)

Die obenstehende Karte verdeutlich ein Ergebnis des Teilprojektes regionalplanerische Steuerung, das hiermit zur Diskussion gestellt wird. Anhand der Kriterien Naturschutz, Grundwasserschutz, Bodeneigenschaft und nutzbarer Feldkapazität wurden Grünland- und Ackerflächen in den Landkreisen Barnim und Uckermark bzgl. ihrer Eignung für die Aufbringung von gereinigtem Abwasser untersucht. Die in der Karte dargestellte Flächenkulisse stellt eine mögliche Option dar Abwasserverwertungsflächen mit dem Blick auf die gesamte Region auszuweisen und durch Festzungen im integrierten Regionalplan zu steuern. Abwasserverwertungsflächen werden bisher nur in der Region Braunschweig/Wolfsburg raumordnerisch ausgewiesen.

Weiteres wesentliches Ergebnis des Teilprojektes ist die Sensibilisierung der Landnutzer, Verwaltung und des Naturschutzes für die Grundsätze der Regionalplanung bzw. die Eigenheiten im Land Brandenburg sowie die Initiierung eines Diskussionsprozesses zur Steuerung nachhaltiger Landnutzung durch integrierte Regionalpläne.