Sozioökonomische Steuerung

 
 
Flyer TP 09

TP 09:
Verfügungsrechte und Transaktionen

Ziele

Ziele

Es soll aufgezeigt werden, welche Wirkungen und Folgen die potentielle Integration von Stoff- und Energieströmen durch geklärte Abwasser und Düngemittelgewinnung aus Klärschlamm auf das bestehende System von Institutionen (formalen und informellen Regeln) und Governance-Strukturen (zur Organisation der Umsetzung der Regeln) hat und zu welcher Veränderung der Nutzungs- und Verfügungsrechte (einzelner Elemente eines Rechte-Bündels) der betroffenen Akteure dies führen könnte. Zusammen mit entsprechenden Praxispartnern wird untersucht, wie eine veränderte Zusammensetzung der relevanten Bündel an Rechten Transaktionen der Land- und Wassernutzung beeinflussen, auch diejenigen, die auf dem Boden- und Wassermarkt stattfinden. Im Ergebnis werden Schlussfolgerungen darüber erwartet, welchen Einfluss die durch innovative Technologien induzierten institutionellen Innovationen auf Implementierungsprozesse, auf den Strukturwandel und die Entwicklung der Wirtschaft haben werden.

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Vorgehensweise

Vorgehensweise

Methodisch wird ein Ansatz gewählt, der Datenerhebungen zur Vergangenheits- und Zukunftsorientierung der Akteure kombiniert. Zuerst werden bestehende Erfahrungen mit ähnlichen Technologien mittels Literatur- und Dokumentenanalyse sowie Expertenbefragungen erhoben. Danach werden anhand von Befragungen, Tiefeninterviews und Validierungs-Workshops hypothetische Konsequenzen, Erwartungen und Präferenzen der Akteure in Bezug auf die technischen Innovationen ermittelt.

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Mitarbeiter

Teilprojektleitung

Prof. Dr. Dr. h.c. Konrad Hagedorn
Humboldt-Universität zu Berlin (HUB)

 

Mitarbeiterin

Katrin Daedlow (HUB)

 

Partner

Prof. Dr. Klaus Böhme, Neue Landwirtschaft
Dr. Andreas Eisen, Genossenschaftsverband e.V., Geschäftsstelle Berlin

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Zentrale Ergebnisse

Eine durchgeführte Akteurs- und Institutionenanalyse in der Region Berlin-Brandenburg bezüglich der potentiellen Nutzung der beiden Stoffströme - gereinigtes Abwasser und recycelter Dünger (MAP-Struvit) - hat ergeben, dass sich Netzwerke und Konstellationen zwischen Akteuren erst im Aufbau befinden. Erst wenige Pioniere haben Handlungsspielräume zur innovativen Nutzung gereinigten Abwassers und MAP-Struvit erarbeitet und teils mit erheblichen Restriktionen zu kämpfen. Auf Basis von Informationen und Erfahrungen zu Nutzungs- und Regulierungsformen wurde eine Kosten- Nutzen-Einschätzung verschiedener Akteursgruppen für die potenzielle Nutzung der beiden Stoffströme durchgeführt. Es besteht ein gewisses Risiko für eine breitere Anwendung z.B. in der Landwirtschaft. Insbesondere die Herkunft aus Klärwerken, die stofflichen Inhalte und Mengen der Stoffströme sowie Bodeneigenschaften und Art der Anbaukulturen, beeinflussen die Entscheidung von Landnutzern, gereinigtes Abwasser bzw. recycelte Dünger auf ihren Flächen anzuwenden. Finanzielle Risiken, ungeklärte Haftungsfragen und eine mögliche fehlende Akzeptanz der Verbraucher/-innen wirken ebenfallsabhaltend auf Landwirte/-innen und Investor/-innen, die beiden Stoffströme innovativ zu nutzen.