Landnutzung

   
 
Flyer TP 07

TP 07:
Energieholzanbau

Ziele

Ziele

Das Teilprojekt 07 (externer Link zur TP-Homepage) untersucht den Anbau schnellwachsender Baumarten im Kurzumtrieb (Energieholzanbau) als innovative und nachhaltige Form der Biomasseproduktion in Zusammenhang mit den Grenzertragsstandorten von ELaN. Ziel ist es, Erkenntnisse zur Etablierung und Ertragsschätzung von Agrargehölzen auf Rieselfeldern und Niedermoor-Randgebieten sowie vernässungs- und erosionsgefährdeten mineralischen Grünland- und Ackerstandorte zu gewinnen. Das Teilprojekt bestimmt die physiologische Amplitude der Agrargehölze auf diesen Grenzertragsstandorten und charakterisiert ihre Eignung zum Anbau unter den besonderen Wachstumsbedingungen. Im Sinne der Zielsetzung des Gesamtvorhabens finden der Datenaustausch und die weiterführende Auswertung mit anderen Teilprojekten statt.

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Vorgehensweise

Vorgehensweise

Zur Generierung der Daten werden sowohl bestehende Pflanzungen genutzt als auch neue Modellflächen angelegt und Klimakammerversuche durchgeführt. Die Anbauten erproben technische und pflanzenbauliche Strategien (Bodenvorbereitung, Klonauswahl, Pflegemaßnahmen) und verifizieren bestehende Ertragsfunktionen in Abhängigkeit der besonderen Standortverhältnisse, insbesondere in Abhängigkeit vom Wasserhaushalt. Eine Gradientenanalyse und Überstauversuche auf den Modellflächen bzw. in der Klimakammer sollen Aufschluss zum Wuchsverhalten unter Wasserüberschuss geben. Darüber hinaus quantifizieren Kohlenstoffinventuren die Auswirkungen auf den Kohlenstoffhaushalt der Flächen für ökologische Bewertungen. Naturschutzfachliche Restriktionen (z.B. Verbot von Herbizideinsätzen) werden in die Untersuchungen mit einbezogen.

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Mitarbeiter

Teilprojektleitung

Prof. Dr. Dieter Murach
Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNEE)

 

Mitarbeiterin

Nora Koim (HNEE)

 

Partner

Berliner Stadtgüter GmbH
Wasser- und Bodenverband Welse (WBV)

Landwirte:
RWE Innogy Cogen GmbH
PCK Raffinerie Schwedt GmbH

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Zentrale Ergebnisse

Im Projektverlauf zeigte sich, dass der Anbau von Kurzumtriebsplantagen (KUP) auf Grenzertragsstandorten möglich, jedoch im Vergleich mit herkömmlichen Ackerflächen mit ökonomischen Nachteilen verbunden ist. Daher sind neue Formen der Steuerung und Finanzierung notwendig, wenn die verstärkte Anwendung dieser alternativen Nutzungskonzepte gewünscht ist.

Auf ehemaligen Rieselfeldern, deren Schadstoffbelastung nicht zu hoch ist, können vor allem mit Steckruten ausreichende Erträge der KUP erzielt werden und als sinnvolle Option dienen, um die stillgelegten Flächen wieder in Wert zu setzen und zur Diversifizierung der Landschaft beizutragen. Zur Flächenauswahl werden Bodenproben im groben Raster vor Etablierung der KUP empfohlen. Weiterhin wird der Anbau eines Bioindikators im Vorjahr der Pflanzung empfohlen, um der Gefahr eines Drahtwurmbefalls durch lange Brachzeit entgegenzuwirken. Steckhölzer haben auf den Versuchsflächen deutlich geringere Erträge erzielt als die Steckruten. Die Erfahrungen im Anbau von KUP auf ehemaligen Rieselfeldern sind in das ELaN Discussion Paper zu Wansdorf eingeflossen.

Für vernässte Grünlandflächen oder Niedermoorrandgebiete zeigten sich insbesondere bei KUP mit Weide gute Erträge. Auf Ackerstandorten mit Wasserüberschuss können KUP auch längere Staunässe- oder Überschwemmungsperioden überstehen, solange es die chemischen Bodenbedingungen erlauben. Generell besitzen Weidensorten eine höhere Überstauverträglichkeit als Pappelsorten. Somit stellt dies eine alternative Landnutzungsoption für Standorte dar, an denen durch hohe Grundwasserstände der Anbau herkömmlicher annueller Kulturen nicht mehr möglich ist. Bodenschonende Anbauverfahren zum Erhalt der Kohlenstoffvorräte im Boden (kein Herbizideinsatz oder Bodenumbruch) wurden erfolgreich erprobt, wodurch sich aber auch ein entsprechend höherer Aufwand im Betrieb der KUP ergab. Die Erfahrungen des TP07 im Anbau von KUP auf vernässten Grünlandflächen und Niedermoorrandgebieten sind in die KUP-Steckbriefe des TP05 für das Entscheidungsunterstützungssystem TORBOS eingeflossen.

Der "Ablauf des Vorhabens" als Bilddokumentation ist hier zu sehen (Link).